Der Wettkampfmorgen

Was für ein Genuss! Heute zum ersten Mal seit drei Wochen gefrühstückt! Warum? Heute Abend findet in Horn der alljährige Honiglauf statt. Damit ich auf der 10 km langen Strecke nicht schlapp mache, musste ich heute mal eine Diätunterbrechung einlegen. Nach dem Frühstück, welches aus einer Banane, einem Apfel, Nüssen, Müsli und Quark mit etwas Proteinpulver bestand, ging´s erst mal ins Fitnesstudio. Vor einem Wettkampf vielleicht nicht ganz ideal, aber ich will diesen heute sowieso nur als flotten Trainingslauf nutzen. Ein bisschen Maximalkrafttraining war heute an der Reihe, 5 Sätzte pro Übung, mit jeweils  5 Wiederholungen. Dabei beschränke ich mich auf wenige Übungen, die möglichst alle Muskelgruppen abdecken.

  • Bankdrücken
  • Kreuzheben/Rumpfaufrichten
  • Langhantelrudern vorgebeugt
  • Senkrechtes hochziehen der Langhantel
  • Bizeps Curls
  • Dips (Trizeps)
  • Bauch: Beinheben, Radfahren, Crunches

Nach einer guten Stunde Training, orderte ich erst mal einen Energieriegel und einen Proteinshake an der Theke. Schnelle Kohlenhydrate und Proteine sind ideal, um nach einem Workout die Speicher wieder zu füllen und die Regeneration zu beschleunigen. Unmittelbar nach dem Training kann der Körper die zugeführten Nährstoffe am effizientesten verwerten.

Zu Hause wartet schon der Putzeimer auf mich. Zwischendurch bin ich am überlegen, ob ich nicht doch lieber mein gewohntes Tempotraining runterspulen soll. Wie immer wenn ich mir unsicher bin, rufe ich meinen Lauftrainer Hans an, der mich auch dieses Mal zur Wettkampfteilnahme überreden kann. Also gut, Abfahrt um halb 5, das heißt Tasche packen und Kohlenhydrate futtern. Vom Mittagessen meiner Eltern waren noch gekochte Kartoffeln übrig, zusammen mit etwas Quark, ergibt das eine gute Mahlzeit für Wettkampftage. Um das Ganze abzurunden noch einen Milchreis hinterher und gut is….

Halb fünf, zusammen mit Hans geht es nun los. Nach 45 Minuten Fahrtzeit kamen wir dort an und erreichten kurz vor Meldeschluss das Wettkampfbüro. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm joggten wir in Richtung Start.

Der Start erfolgte pünktlich, mit dabei waren auch 2 Spitzenläufer, vermutlich aus Kenia. Nach einem kurzen Anstieg verlaufen die ersten 5 Kilometer relativ flach. Meine Kilometerzeiten bewegten sich zwischen 03:30 und 03:45. Keine Ahnung ob ich das Tempo bis zum Schluss halten kann. Da ich in letzter Zeit keine Wettkämpfe gemacht habe fehlt mir jegliches Tempogefühl. Die Beine jedenfalls fühlen sich relativ gut und locker an, die Atemfrequenz ist hoch, der Bauch unangenehm voll, weil zu viele Kartoffeln. Ungefähr bei Kilometer 5 waren wir am tiefsten Punkt angelangt. Zu zweit, mit Abstand nach vorne und Luft nach hinten kämpfen wir um den Platz 6.

Kilometer 6…. jetzt geht es bergauf, die Temperatur ist mit 18 °C eigentlich ideal, die hohe Luftfeuchtigkeit macht mir jedoch schwer zu schaffen. Immer noch im Kampf um den sechsten Platz muss ich am Berg ganz schön kämpfen um mitzuhalten. Nun nimmt das Rennen auf einmal eine überraschende Wende. Wo die Strecke ca. bei Kilometer 8 nach links abzweigte, konnten wir in der Ferne sehen wie die Gruppe vor uns weiter geradeaus läuft. Wegen diesem Missgeschick ging es nun um Platz 3, weshalb es sich jetzt nochmal lohnte, ein letztes Mal ordentlich auf die Tube zu drücken. Inzwischen hatte ich mir schon einen leichten Vorsprung herausgelaufen, die letzten 500 Meter zog ich das Tempo noch etwas an und konnte mir dadurch schließlich Platz 3 sichern. Mit meiner Zeit von 36:17, auf einer nicht ganz einfachen Strecke, war ich sehr zufrieden. Im nachhinein bin ich froh, dass ich an diesem Wettkampf teilgenommen habe.

Nun folgte das übliche Prozedere. Duschen, Umziehen, Siegerehrung. Leider dauerte es sehr lange, bis wir endlich unsere Urkunde und den gewonnenen Honig in unseren Händen hielten. Wir mussten ja schließlich noch eine knappe Stunde fahren bis wir zu Hause waren.

Urkunde + Honig

Zuhause angekommen, aß ich noch einen Kichererbsensalat und einen Joghurt als Nachspeise. Super! Allerdings war der nächtliche Snack, den ich später noch zu mir nahm (250 g Schokolade) etwas zu viel des Guten. Was bedeutet das für mich? Der nächste Lauf verlängert sich um 10 Kilometer und das Sonntagsessen fällt deutlich kleiner aus als gewohnt.

 

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