Meine Stimmung an diesem Sonntagmorgen hätte durchaus besser sein können. Gestern Abend war Mal wieder keine Kalorie vor mir sicher. Sogar die Powerbars, welche ich mir gestern Abend noch extra für das heutige Training gekauft hatte, vielen meinem ungezügelten Verlangen nach Süßem zum Opfer. Solche Tage habe ich öfter, an denen mein Gehirn scheinbar vergisst ein Sättigungssignal auszusenden. Die Lust auf den längeren Trainingslauf, den ich mir für heute vorgenommen hatte, wurde durch meine negative Stimmungslage deutlich getrübt.

Einfach loslaufen, 20 Kilometer reichen heute ja auch Mal dachte ich mir. Nachdem ich die Flaschen meines Salomon Trinkrucksacks mit einer BCAA-Mischung aufgefüllt hatte, schnallte ich mir diesen um und begab mich an die frische Luft.

Ohne losgelaufen zu sein, zeigte meine Polar V800 bereits einen Puls von 100 Schlägen/Minute an. Was für ein Morgen…. Alles fühlte sich furchtbar schwer und steif an, meine Atmung war schneller als mein Tempo und das Wetter an diesem Morgen war äußerst bescheiden.

Die ersten Kilometer waren schrecklich zäh, am liebsten hätte ich direkt wieder aufgehört, doch das hätte meine Laune vermutlich auch nicht besser gemacht. Ich schleppte mich die ersten Berge hoch und fühlte mich dabei, als hätte sich die Erdanziehungskraft über Nacht verdoppelt. 15 Kilometer später, wurde es dann so langsam besser. Meine Beine wurden leichter und das Tempo allmählich höher. An der Kreuzung, an jener ich für meine 20 Kilometer-Runde abbiegen hätte müssen, ließ ich hinter mir und lief geradeaus weiter.

Irgendwie befand ich mich nach anfänglichem Unwohlsein nun wieder voll im Flow, mein Kopf war leer und ich lief einfach nur weiter. Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer. Als nach 30 Kilometern meine Wasservorräte so langsam zu neige gingen, machte ich kurz an einer Tankstelle halt und füllte meine Flaschen mit einer Dose Monster Rehab wieder auf. Vielleicht nicht das ideale Sportgetränk, doch es schmeckte vorzüglich und ich hatte das Gefühl durch das Koffein etwas aufgeputscht zu werden.

Es ging weiter…. 40 Kilometer waren bald erreicht, doch aus irgendwelchen Gründen wollte ich noch nicht anhalten und hängte noch eine extra – Runde hintendran. So langsam spürte ich nun doch meine Oberschenkel. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits 900 Höhenmeter überwunden hatte, wunderte mich diese Tatsache allerdings nicht wirklich. Zudem hatte ich keine Energieriegel oder sonstige Kalorien dabei und Frühstück gibt es bei mir ja sowieso nie.

Nach stolzen 50 Kilometern war meine Runde schließlich zu Ende. Das war weit mehr als ich mir vorgenommen hatte und erst das zweite Mal, dass ich überhaupt so eine Distanz bewältigt habe. Meine gute Laune war nach diesem Lauf wieder hergestellt. Wieder mit mir im Reinen, konnte ich nun unbeschwert das anschließende Frühstück und den restlichen Sonntag genießenPolar 50 Km.

 

 

 

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8 comments

  • Hallo, Culli, spontaner Ultra, einfach so,ganz alleine, stark !

    Du wirst sehen, wenn an einem offiziellen Ultra mit anderen startest, gut vorbereitet bist, dann tut die tolle Atmosphäre ihr Übriges, nicht zu vergleichen mit einem Alleingang.

    Ich halte dir alle Daumen für den bevorstehenden Lauf – wo und wie viel Kilometer ?

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      Willkommen und danke für deinen Kommentar!
      Ich werde nächsten Monat in Biel starten.
      Wie viele Kilometer das sind, muss ich einem eingefleischten Ultra wie dir sicher nicht erzählen 😉
      Ich bin wirklich sehr gespannt und meine Freude ist MOMENTAN noch größer als meine Bedenken 😉

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      Die pinken Kommentarfelder natürlich 😉
      Das war keine Absicht 🙂
      Manchmal läufts einfach Martin, dass muss man dann ausnutzen 😉

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