Test Fitbit Charge

Vor kurzem erreichte mich die erfreuliche Nachricht, exklusiv für Cullis Blog den Activity- Tracker Fitbit Charge testen zu können.

Der Activity- Tracker im Armbandformat ist der preisgünstigste von den insgesamt drei neuen Modellen des Herstellers Fitbit und der direkte Nachfolger des Fitbit Flex.

Dieser Artikel verrät euch was dieses Armband so alles zu bieten hat und wie meine persönliche Meinung zu diesem Produkt ist.

Funktionen

AlsErstes habe ich nachfolgend einmal die wichtigsten Funktionen des Activity-Trackers aufgelistet, auf die ich danach etwas genauer eingehen werde.

  • Schritte zählen
  • Distanz in Kilometern anzeigen
  • Etagen zählen
  • Kalorienverbrauch ermitteln
  • Uhrzeit und andere Informationen anzeigen
  • Anrufer ID auf dem Armband anzeigen
  • Schlaftracking mit automatischer Schlaferkennung
  • Alarmfunktion mit Vibration
  • Aktive Minuten erfassen

 

Der Schrittzähler ist mit Sicherheit die Basisfunktion schlechthin und in allen Activtiy- Trackern Standard. Auf Basis der getätigten Schritte berechnet der Fitbit Charge zusätzlich die zurückgelegte Distanz in Kilometern, deren Aussagekraft jedoch aufgrund unterschiedlicher Schrittlängen nicht allzu groß sein dürfte.

Doch nicht nur horizontale Bewegungen werden gezählt, auch die Anzahl der bewältigten Stockwerke misst das Aktivitätsarmband. Als ich zum ersten Mal von dieser Funktion hörte, drängte sich mir die Fragen auf: wie macht das Armband das? und was bedeutet eine Etage? Im FAQ- Bereich erfuhr ich anschließend, dass der Höhenunterschied anhand des Atmosphärendrucks gemessen wird und dass ein Stockwerk 3 Höhenmeter bedeutet. Im Vergleich zu den anderen Basisfunktionen ist dies wirklich ein besonderes Merkmal.

Anhand der täglichen Aktivitäten und den bei der Einrichtung getätigten persönlichen Angaben erfährt man ebenso den persönlichen Kalorienbedarf. Diese Funktion gefällt mir persönlich sehr gut, da es in Verbindung mit einem Ernährungstagebuch dabei hilft die Kalorienbilanz im Gleichgewicht zu halten. Zwar haben auf den Kalorienverbrauch noch viele andere Faktoren wie zum Beispiel Körperfettanteil, Umgebungstemperatur, Schilddrüsenfunktion und so weiter, einen erheblichen Einfluss, dennoch ist er als Richtwert eine nützliche und sinnvolle Funktion.

Über den einzigen Knopf an der Seite des Armbands kann man zwischen Uhrzeit, Schritten, Distanz, Kalorien und Etagen herumschalten. Durch klopfen auf das Armband, kann man sich je nach Geschmack einen der zuvor genannten Parametern auf dem Display anzeigen lassen. Und noch etwas hat das Display zu bieten: Befindet sich das Smartphone in unmittelbarer Nähe und ist mit dem Armband verbunden, erhält man bei einem Anruf Informationen über den Anrufer auf das Display des Armbands. Da es aber keine Möglichkeit gibt, den Anruf abzulehnen oder das Telefon Stumm zu schalten, finde ich diese Funktion nur bedingt nützlich. Weitere Interaktionsmöglichkeiten à la Smartwatch, wie das Anzeigen von SMS oder Terminen sind leider nicht vorhanden.

Eine weitere wichtige Funktion ist der Schlaftracker. Das Besondere hierbei ist, dass das Armband automatisch erkennt wann wir eingeschlafen sind. Es erfasst dabei die gesamte Schlafdauer und wie oft und wie lange wir unruhig geschlafen haben bzw. wach waren. Wo wir schonmal beim Thema Schlaf sind, komme ich auch direkt zur integrierten Alarmfunktion. Diese weckt uns morgens zur vorher einprogrammierten Uhrzeit, durch eine sanfte Vibration, hoffentlich auf. Hier hätte ich mir gerne etwas mehr Innovation gewünscht, denn bei anderen Herstellern wie zum Beispiel Jawbone besteht die Möglichkeit die Weckzeit vom Schlafzyklus abhängig zu machen. Ebenso vermisse ich einen Inaktivitätsalarm, der einen nach längerem Sitzen, zu mehr Bewegung auffordert.

App

Nachdem ich nun kurz auf die Funktionen des Armbands eingegangen bin, widme ich mich im Folgenden der App und der Web-Anwendung des Fitbit Charge.

Sicher entscheidet im Großen und Ganzen die Hardware darüber was mit dem Activity- Tracker möglich ist und was nicht. Da viele Armbänder jedoch über kein, oder nur ein kleines Display mit sehr eingeschränktem Funktionsumfang verfügen, ist eine gute und übersichtliche Software von großer Bedeutung.

Die App, welche die kabellose Synchronisation des Armbands mit dem Smartphone ermöglicht, ist erhältlich für Apple, Android und Windows-Phone. Mit Hilfe der App, lassen sich detaillierte Statistiken zu den verschiedenen, vom Armband aufgezeichneten Daten abrufen. Auch ein Kalorienzähler ist mit an Bord, der meiner Ansicht nach jedoch nicht mit eigens zu diesem Zweck entwickelten Ernährungs-Apps mithalten kann. Dafür gibt es glücklicherweise die Funktion Ernährungs-Apps wie zum Beispiel myfitnesspal mit der Fitbit-App zu kopplen.

In den App Einstellungen können für alle Daten die das Armband zählt, Zielwerte festlegt werden, welche auf der Startseite als Fortschrittsbalken dargestellt werden.  Ein weiterer Motivationsbooster ist die Möglichkeit mit Freunden um die meisten Schritte zu kämpfen, oder Statistiken untereinander zu tauschen, vorausgesetzt sie besitzen ebenfalls ein Fitbit-Gerät.

Doch nicht nur über die App, sondern auch über den Webbrowser lassen sich die Informationen und Statistiken abrufen. Die Darstellung ist dort aufgrund des größeren Bildschirms etwas übersichtlicher. Darüber hinaus hat man im Web Zugriff auf die Community, wo man verschiedenen Aktivitätsgruppen beitreten kann, oder im Hilfeforum Antworten auf seine Fragen bekommt.

Technische Merkmale

Die technischen Details hängen eigentlich stark mit den Funktionen zusammen, die ich in diesem Artikel als erstes beschrieben habe. Dennoch gibt es einige Punkte in diesem Bereich, die ich für sehr wichtig halte.

Einer diese Punkte und zugleich ein gut gemeinter Ratschlag von mir wäre: geh nicht unter die Dusche oder Schwimmen mit dem Armband. Es ist zwar spritzwassergeschützt, aber mehr auch nicht.

Die Betriebstemperatur reicht von -20°C bis +45°C und die maximale Einsatzhöhe beträgt 9.144 Meter. Ich denke der durchschnittliche Activity-Tracker-Träger wird selten in den Genuss solcher Umweltbedingungen geraten und somit sein Armband überall (außer unter der Dusche) tragen können.

Die Synchronisation der Daten zwischen Armband und Smartphone erfolgt mit Hilfe des integrierten Bluetooth 4.0 Moduls und geht relativ fix über die Bühne.

Der Speicher des Charge reicht für 7 Tage detaillierte, minutengenaue Aufzeichnungen und für die Tagesgesamtwerte der vergangenen 30 Tage.

Das OLED Display ist in der Lage die wichtigsten Daten, sowie die Uhrzeit und die Anrufer ID anzuzeigen.

Das Armband besteht aus einem flexiblen Elastomer, welches auch bei vielen Sportuhren verwendet wird. Für den Verschluss wurde chirurgischer Edelstahl verwendet.

 FAZIT

In der Zeit in der ich das Armband testen durfte, war ich stets motiviert auf meine 10.000 Schritte am Tag zu kommen. Ich denke vor allem für Menschen die sich sonst nur wenig bewegen, kann dieses Armband durchaus nützlich sein. Der Preis ist mit 129,95 € jedoch nicht ganz niedrig, vor allem nicht, wenn man für den Fitbit Charge HR, der einen integrierten Herzfrequenz- Messer enthält nur 20,- € mehr kostet.

Nachdem ich mir meine Meinung zu diesem Armband gebildet habe, durfte auch meine Mutter das Produkt noch auf Herz und Nieren prüfen. Nachfolgend noch Ihr Fazit zum Fitbit Charge:

An den Tagen an denen ich meinen sportlichen Aktivitäten nachging und durch die Gegend joggte oder mich beim Zumba verausgabte, hatte ich keine Probleme  die empfohlenen 10.000 Schrittte zu erreichen. Aber an den anderen Tagen hat das Armband seinen Zweck wirklich erfüllt. Das schlechte Gewissen beim Blick auf die Anzeige motivierte mich dann doch öfter dazu noch einen kleinen Spaziergang zu machen oder Arbeiten im Haushalt nicht auf den nächsten Tag zu verschieben. Interressant fand ich auch die Schlafaufzeichnung und die damit verbundene automatische Schlaferkennung die erstaunlich genau funktionierte. Auch ich glaube, vor allem für Menschen die sich vorgenommen haben etwas mehr für ihre Fitness zu tun, liefert das Armband eine zusätzliche Portion Motivation.

 

 

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3 comments

  • Bei dem Preis wären die Mehrkosten von 20 EUR für das Charge HR schon fast geschenkt. Ich bin auch nicht sicher, ob das Charge ein Bestseller ist. Mich würde mein Puls jedenfalls sehr interessieren, um zielgerichteter zu trainieren und den Trainingserfolg zu messen.

    Es tut sich aktuell so viel auf dem Markt. Da probieren viele Hersteller aus, welche Konzepte von den Käufern akzeptiert werden und welche man lieber nicht erfunden hätte. Ein Blick auf Fitness Tracker Test zeigt dann auch, mit welchen unterschiedlichen Zusatzfunktionen die Hersteller an den Markt drängen. Das wesentliche Fitness Tracking läuft bei den meisten Produkten gleich.

    Ich gehe davon aus, dass die Grenzen zwischen Smartwatch und Fitness Tracker noch mehr verschwimmen werden. Solange eine Smartwatch aber nur ein paar Tage, die neueren Modelle sogar nur 18 Stunden laufen, sind die Produkte wahrscheinlich noch nicht marktreif. Aus meiner Sicht jedenfalls.

  • Puh, 130 Euro für nichts Anderes als die üblichen Standardfunktionen sind in der Tat recht viel.

    Schrittzähler gibt es unzählige und die gemessene Distanz (und auch die Höhenmeter) sind ja nur ein grober Anhaltspunkt. Auch den Schlafrhythmus untersuchen inzwischen die meisten. – Und wie du sagst, dem Schlafzyklus entsprechend zu wecken ist wirklich nützlich – aber eben auch nur selten mit dabei.

    Danke für deine Eindrücke!

    • author

      Danke für deinen Kommentar Laufhannes! Vor allem da die nächste Generation Activity Tracker bereits vor der Tür steht, bezweifele ich, dass der Charge ein Verkaufsschlager werden wird.

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