Ultramarathon??? – So ein Quatsch!!! Die sind doch alle bekloppt!!!

Dann kamen die Bücher Born to Run von Christopher McDougall, Eat & Run von Scott Jurek und Ultramarathon Man von Dean Karnazes.

Nachdem ich diese Bücher im Rekordtempo verschlungen hatte, wich nicht nur meine Skepsis bezüglich Ultramarthons, sondern lösten eine wahrhafte Begeisterung in mir aus. Ich war gepackt von dem Gedanken selbst mal an so einem Lauf teilzunehmen. Ein Lauf, bei dem es nicht um Minuten und Sekunden geht, sondern erstmal darum, überhaupt das Ziel zu erreichen. Ein Lauf bei dem ich herausfinden kann wo meine körperlichen und geistigen Grenzen liegen. Bin ich in der Lage diese Grenzen zu überwinden? Wie weit kann ich meinen Körper treiben? Wie fühlt es sich an, nach 100 gelaufenen Kilometern?

Es gibt nur eine Möglichkeit dies herauszufinden:

Ich werde einen Ultramarathon Laufen!

 

Deshalb habe ich mich letzten Monat kurzentschlossen für den 100 Kilometer-Lauf in Biel angemeldet. Hoffentlich nicht zu kurzentschlossen, aber mit Umfängen zwischen 80 und 130 Wochenkilometern dürfte „Ankommen als Ziel“ durchaus machbar sein, toll wäre unter 10 Stunden ;). Zwei Trainingsläufe über 50 Kilometer inklusive 1.000  Höhenmeter habe ich ja außerdem schon ganz gut gemeistert.

Letztes Wochenende bin ich insgesamt 100 Kilometer gelaufen, die zudem alles andere als flach waren und meine Beine kamen damit ausgesprochen gut zurecht.FridaySaturdaySunday

Meine Radbegleitung Thomas
Meine Radbegleitung Thomas

Bis zum Startschuss am 12.06, stehen noch 2 längere Läufe von mindestens 50 Kilometer auf meinem Plan. Um mich an die ungewöhnliche Startzeit um 22:00 Uhr zu gewöhnen, werde ich mit meiner Radbegleitung Thomas noch eine Art Generalprobe veranstalten. Da dies mein erster Ultra ist, bin ich wirklich froh, über den Luxus einer Radbegleitung zu verfügen. Als ich Thomas von meinem Vorhaben erzählte, bot er mir direkt seine Dienste als Radbegleitung an, die ich dankend annahm. So kann ich die Vorzüge meiner eigenen Verpflegung genießen, sofern man bei einem Ultramarathon von genießen sprechen kann. Zudem schätze ich Thomas als einen Prima Arschtreter ein, was mir auf den letzten Kilometern sicher zu Gute kommen wird.

Ultrafutter
Ultrafutter

Der Nächste Punkt auf meinem Trainingsplan dürfte mit Sicherheit auch dem einen oder anderen Sportmuffel gefallen: Essen! Da soll noch einer behaupten Training sei doof. Allerdings ist hier die Rede von essen und trinken während dem Laufen, worin ich noch nicht wirklich viel Erfahrung besitze. In den meisten Fällen absolviere ich mein Training nämlich nüchtern, sicher habe ich auch schon den einen oder anderen Riegel auf einem langen Lauf gegessen, aber im Vergleich zu den 240 Kalorien die ich beim Ultramarathon pro Stunde essen und trinken will, ist das Pille Pale.

Eine Checkliste habe ich auch schon erstellt, allerdings ist diese noch sehr unvollständig und bedarf noch einiger Überarbeitungszeit. Da wir erst am Wettkampftag anreisen, möchte ich auch noch einen genauen Ablaufplan erstellen, um am Tag X nicht in Zeitprobleme zu geraten. Eine gute Planung ist einfach das A & O, den Rest erledigen die Beine schon irgendwie.

Wie Ihr seht, gibt es noch viel zu tun. Bis zum großen Tag, bzw. bis zur großen Nacht werde ich nicht nur jede Menge Kilometer fressen, sondern auch haufenweise Energy-Gels und Riegel.

 

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4 comments

  • Ist Biel denn tatsächlich so hügelig, dass du das gezielt trainieren musst?

    Und ansonsten mein Tipp in der Ultramarathon-Vorbereitung: back2back. Am Samstag einen langen Lauf (35+) und am Sonntag gleich noch einen. Damit simulierst du die Ermüdung beim Ultra ganz gut 😉

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      Nein eigentlich nicht, ich laufe einfach gerne Berge ;-). Mittlerweile habe ich schon einen Lauf über 68 Kilometer gemacht und auch ein back2back – Training absolviert (Samstag 30, Sonntag 32). Jetzt versuche ich nur noch nicht zu viel zu machen um am Tag X gut erholt zu sein 😉

  • Sehr spannend, zu lesen, wie ein “ Greenhorn “ auf seinen ersten 100-er vorbereitet. Die Verpflegung in Biel ist sehr gut, die einmalige Atmosphäre sowieso, der Start in der Nacht gewöhnungsbedürftig, aber ich habe alle Nachtläufe sehr genossen, insbesondere, wenn man in den Morgen hinein läuft.

    Vielleicht solltest du dich nicht gleich auf eine Zeit festnageln, beim 100-er weiß man nie, was alles kommt, darum empfehle ich dir, einfach zu laufen, ich bin z.B.nie nach Uhr gelaufen und habe trotzdem respektable Zeiten abgeliefert, ich weiß, es ist schwer für Männer sowieso, dann noch für unter Dreißigjährige, aber vielleicht erinnerst du dich in der Nacht an meine Worte !!

    Viel Freude beim Vorbereiten, damit du dann auch sagen kannst: ultra ist gut !! 😎

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      Ja ich denke auch, dass ich vielleicht besser nach Gefühl laufe 😉 Die Startzeit,bereitet mir noch etwas Bedenken, habe am Wochenende um 22:00 einen 15er gemacht, dass war schon sehr ungewohnt und schwer. Aber wahrscheinlich ist das im Wettkampf etwas anders.

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