Wie jedes Jahr, bildete auch dieses Mal der Silvesterlauf in Mörschied den Abschluss der Laufsaison. Im Gegensatz zum letzten Mittwoch, beim Bärenfels-Marathon, sollte die heutige 10 Kilometer lange Strecke eigentlich ein Klacks werden. Meine Regenerationstaktik, war mal wieder unter aller Sau gewesen, denn es gelang mir gerade mal einen Tag die Beine still zu halten.

Nachdem am Montag und Dienstag die Vernunft dann doch größer war als der Drang nach Bewegung, hatten meine Beine wenigstens 2 Tage Zeit um sich zu erholen. Ob das genügte, war ich mir allerdings nicht so sicher. Da der Start erst um 12:00 Uhr war, konnte ich an diesem Morgen mal so richtig schön ausschlafen. Drei Stunden vor dem Start vernichtete ich noch eine viel zu große Portion Porridge. Ich liebe Porridge, vor allem mit Apfelstückchen. Diese lagen mir heute allerdings sehr schwer im Magen. Mir war auch bewusst, dass dies sich in den nächsten 3 Stunden vor dem Start auch nicht bessern würde – Mist-.

In den letzten Tagen, hatte es bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt regelmäßig geschneit, gute Streckenverhältnisse konnte ich mir also abschreiben. Umso größer würde die Bedeutung der Schuhwahl werden. Spikes kamen nicht in die Tüte, denn damit kam ich noch nie gut klar. Von meinen anderen Schuhen kam eigentlich auch kein Modell in Frage, die leichten Wettkampfschuhe boten wahrscheinlich keinen ausreichenden Halt und die etwas stabileren waren auch nicht wirklich Trail-geeignet. Die logische Schlussfolgerung war also, etwas Neues muss her. Tadaaaa…..

Salomon Speedcross 3Zum Glück hatte der nahegelegene Schuhladen eine Lösung parat, den Salomon Speedcross 3 GTX. Aufgrund seines groben Profils, sollte dieser gut mit den Schnee- Matsch – nass – kalt – igitt – Verhältnissen zurecht kommen, hoffte ich jedenfalls. Auch für die kommende Crosslaufsaison, dachte ich, wäre dieser Schuh ein gutes Mittelding zwischen Spikes und Wettkampfschuh.

Nun war ich also gerüstet, um das letzte Mal in diesem Jahr so richtig Volldampf zu geben. Außer einem noch nicht ganz verkrafteten Marathon und einer großen Menge unverdauter Äpfel, welche munter in meinem Magen umherschwappten, war alles perfekt!

Mit meinen tollen neuen Schuhen, schweren Beinen und einem vollen Bauch befand ich mich schließlich hinter der Startlinie. Nach dem Start ging es erst mal ca. einen Kilometer bergauf. Der Untergrund bestand in diesem Abschnitt aus Asphalt, Eis und Schnee. Hier erwies sich das grobe Profil meiner Schuhe eher als nachteilig. Nach einem knappen Kilometer waren wir oben angelangt und mir war schon ziemlich klar, dass meine Form heute keine Gute war. Meine Schienbeine fingen gegen Ende des Anstiegs an unheimlich zu schmerzen und überhaupt fühlte ich mich sehr schwerfällig. Von nun an ging es für die nächsten 4 Kilometer leicht bergab. Ich befand mich auf Position 5 und es viel mir nicht leicht an meinem Vordermann dran zu bleiben. Unter großer Mühe, startete ich bei Kilometer 5 einen Überholversuch und setzte mich auf Platz 4. Ich wollte den Angriff so früh wie möglich wagen, in der Hoffnung, dass meine Ausdauer mir gegen Ende des Rennens einen Vorteil verschaffen würde. Nun hatte ich allerdings stets einen Verfolger im Nacken sitzen, der sich einfach nicht abschütteln ließ. Ich versuchte  weiter Druck zu machen, meine Beine schmerzten höllisch. Auch auf den nächsten beiden ungemütlichen Anstiegen konnte ich nicht wirklich Abstand gewinnen. Hätte ich den Verfolger nicht hinter mir gehabt, wäre ich vermutlich deutlich langsamer gelaufen. Nachdem  auch der letzte Anstieg geschafft war, konnte ich mit aller Mühe meine Position 4 bis ins Ziel retten. Die Zeit von 39:45 Minuten war deutlich langsamer als im Jahr zuvor, wo allerdings die Streckenverhältnisse besser waren und ich auch keinen Marathon in den Beinen hatte.

Das war mal wieder so ein Wettkampf mit dessen Ergebnis ich vollkommen unzufrieden war, obwohl ich alles gegeben hatte. Solche Tage gibt es immer wieder, man muss diese einfach abhaken und das nächste Mal versuchen es besser zu machen. Eine gute Trainingseinheit war es auf jeden Fall.

 

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One comment

  • Mit Marathon in den Beinen ist das Ergebnis doch gar nicht so schlecht. Und dazu noch den Verfolger erfolgreich – wenn auch vielleicht knapp – in Schach gehalten.

    Für richtig gute Zeiten bietet das neue Jahr noch genügend Möglichkeiten!

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