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langer Lauf

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Ultrazufrieden

Ich sitze am Frühstückstisch und schiebe hastig zwei Scheiben Erdnussbutter-Toast in mich hinein. Nicht gerade ein gesunder Start in den Tag, aber voller Energie und schnell verdaut. Schnell verdaut ist gut, denn gleich geht´s los. Los zu meinem bisher längsten Trainingslauf aller Zeiten. So lautet jedenfalls der Plan.

Die Sonne bahnt sich ihren Weg durch die schmalen Schlitze des noch heruntergelassenen Rollos. Ein schöner Sonntagmorgen, besser könnten die Voraussetzungen nicht sein. Auch meine Stimmung ist gut heute morgen, ich fühle einen Mix aus Vorfreude, Aufregung und Euphorie. Ein 6 Stunden langer Trainingslauf liegt vor mir, vorausgesetzt die Dinge laufen so wie geplant. Bei so einem langen Lauf ist die Gefahr jedoch groß, dass es auch mal nicht so läuft wie geplant, dessen bin ich mir bewusst. Das Tempo ist mir heute egal, den Körper an die lange Zeit auf den Beinen gewöhnen, das ist mein Ziel.

Das ist heute quasi sowas wie die Generalprobe für Biel. Deshalb will ich heute auch meine Ernährungsstrategie testen. Dafür habe ich mir GU Roctane Gels bestellt, mit denen ich nun meinem Salomon Trinkrucksack bestücke. Nicht ganz billig das Zeug, aber eins von wenigen Gels, das auch Aminosäuren enthält. Aminosäuren sind äußerst wichtig, denn sie schützen die Muskulatur. Die zwei Trinkflaschen befülle ich mit Wasser und mische noch ein Gel dabei.

Für alle Fälle packe ich noch eine Packung Butterkekse in Mamas Rucksack, die mich heute mit dem Fahrrad begleiten wird. Deshalb an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Mama, denn 6 Stunden auf dem Fahrradsattel im Joggingtempo sind mit Sicherheit nicht wirklich aufregend.

es kann los gehenSobald die Reifen aufgepumpt sind, kann es auch schon losgehen. Die Beine fühlen sich äußerst leicht an heute Morgen. Ich fühle mich gut, mein Puls ist tief, das Tempo mit 04:45/km gar nicht so lahm. Ich laufe so, dass ich mich dabei noch gut mit meiner Mutter unterhalten kann, ohne außer Atem zu kommen.

Die Kilometer purzeln nur so vor sich hin, schnell sind die 20 Kilometer erreicht und es läuft immer noch genauso gut wie auf den ersten Metern. Alle 45 Minuten nehme ich ein Energy-Gel und kippe Flüssigkeit hinterher. Das ist oberwichtig, denn ohne Flüssigkeit kann der Körper keine Kohlenhydrate verarbeiten, was schnell zu Verdauungsproblemen führen kann.

Nach gut 30 Kilometern halten wir an einer Tankstelle um unsere Wasservorräte wieder aufzufüllen. Die Flasche Vitaminwater in dem Kühlregal lacht mich an. Ich nehme 3 davon und fülle 2 direkt in meinen Rucksack, eine nimmt meine Mutter. Weiter geht´s. Bei Kilometer 35 und knapp 3 gelaufenen Stunden machen wir kehrt und treten den Rückweg an. Jetzt geht es nur noch zurück!

Mein Puls ist mittlerweile etwas erhöht, ob es am Wasser und Salzverlust liegt? An Salz habe ich gar nicht gedacht, für meinen Wettkampf in Biel brauche ich unbedingt noch Salztabletten! Nichts desto trotz fühle ich mich noch gut. Mein Schnitt ist immer noch unter 5 Minuten pro Kilometer, deutlich schneller als ich es mir vorgenommen hatte.

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Bei Kilometer 52 bin ich vom einen auf den anderen Moment völlig platt! Was ist denn jetzt mit mir los? Bin ich zu schnell gelaufen? Habe ich nicht genug getrunken? Sind die Energiespeicher jetzt völlig leer? Ich stoppe für einen Moment, esse ein paar Butterkekse und trinke einen kräftigen Schluck Cola. Dann laufe ich weiter und erstaunlicherweise bin ich wieder fit! Butterkekse und Cola, ein echtes Wundermittel!!!!

Kilometer 60 ist schnell erreicht, dort wartet der letzte harte Anstieg auf uns. Diesen meistere ich erstaunlich gut, was bestimmt an dem Wissen es gleich geschafft zu haben liegt. Danach geht es fast nur noch bergab.fast geschafft

Nach 5 Stunden und 38 Minuten haben wir es geschafft! Was für eine Trainingseinheit! Ich bin glücklich und meine Zuversicht, die 100 Kilometer am 12.06 erfolgreich zu finishen ist deutlich gestiegen.

Jetzt wird erst mal richtig gefuttert! Bis zum nächsten Mal!

Ein Ultra zum Frühstück

Meine Stimmung an diesem Sonntagmorgen hätte durchaus besser sein können. Gestern Abend war Mal wieder keine Kalorie vor mir sicher. Sogar die Powerbars, welche ich mir gestern Abend noch extra für das heutige Training gekauft hatte, vielen meinem ungezügelten Verlangen nach Süßem zum Opfer. Solche Tage habe ich öfter, an denen mein Gehirn scheinbar vergisst ein Sättigungssignal auszusenden. Die Lust auf den längeren Trainingslauf, den ich mir für heute vorgenommen hatte, wurde durch meine negative Stimmungslage deutlich getrübt.

Einfach loslaufen, 20 Kilometer reichen heute ja auch Mal dachte ich mir. Nachdem ich die Flaschen meines Salomon Trinkrucksacks mit einer BCAA-Mischung aufgefüllt hatte, schnallte ich mir diesen um und begab mich an die frische Luft.

Ohne losgelaufen zu sein, zeigte meine Polar V800 bereits einen Puls von 100 Schlägen/Minute an. Was für ein Morgen…. Alles fühlte sich furchtbar schwer und steif an, meine Atmung war schneller als mein Tempo und das Wetter an diesem Morgen war äußerst bescheiden.

Die ersten Kilometer waren schrecklich zäh, am liebsten hätte ich direkt wieder aufgehört, doch das hätte meine Laune vermutlich auch nicht besser gemacht. Ich schleppte mich die ersten Berge hoch und fühlte mich dabei, als hätte sich die Erdanziehungskraft über Nacht verdoppelt. 15 Kilometer später, wurde es dann so langsam besser. Meine Beine wurden leichter und das Tempo allmählich höher. An der Kreuzung, an jener ich für meine 20 Kilometer-Runde abbiegen hätte müssen, ließ ich hinter mir und lief geradeaus weiter.

Irgendwie befand ich mich nach anfänglichem Unwohlsein nun wieder voll im Flow, mein Kopf war leer und ich lief einfach nur weiter. Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer. Als nach 30 Kilometern meine Wasservorräte so langsam zu neige gingen, machte ich kurz an einer Tankstelle halt und füllte meine Flaschen mit einer Dose Monster Rehab wieder auf. Vielleicht nicht das ideale Sportgetränk, doch es schmeckte vorzüglich und ich hatte das Gefühl durch das Koffein etwas aufgeputscht zu werden.

Es ging weiter…. 40 Kilometer waren bald erreicht, doch aus irgendwelchen Gründen wollte ich noch nicht anhalten und hängte noch eine extra – Runde hintendran. So langsam spürte ich nun doch meine Oberschenkel. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits 900 Höhenmeter überwunden hatte, wunderte mich diese Tatsache allerdings nicht wirklich. Zudem hatte ich keine Energieriegel oder sonstige Kalorien dabei und Frühstück gibt es bei mir ja sowieso nie.

Nach stolzen 50 Kilometern war meine Runde schließlich zu Ende. Das war weit mehr als ich mir vorgenommen hatte und erst das zweite Mal, dass ich überhaupt so eine Distanz bewältigt habe. Meine gute Laune war nach diesem Lauf wieder hergestellt. Wieder mit mir im Reinen, konnte ich nun unbeschwert das anschließende Frühstück und den restlichen Sonntag genießenPolar 50 Km.

 

 

 

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