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Tegernseelauf

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Tegernseelauf mit Adidas

Wie man binnen Sekunden meine volle und ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt? – ganz einach: man verfasse eine E-Mail mit dem Betreff „Sightseeing am Tegernseelauf“ mit der Fragestellung, ob ich Bock hätte, mit Adidas daran teilzunehmen!

3 Monate später saß ich im ICE, der mich mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung München beförderte. Ich war bestens auf diese Reise vorbereitet, alles war bis ins kleinste Detail geplant. Sogar einen Sitzplatz hatte ich mir die Tage zuvor für die Fahrt reserviert. Als ich gerade damit begann einen Film auf meinem Smartphone zu streamen, bemerkte ich, wie sich ein junges Pärchen meinem Platz näherte. „Entschuldigung, ich glaube Sie sitzen auf unserem Platz, hier ist unsere Reservierung“. Selbstbewusst griff ich in meine Hosentasche und zog den Ausdruck meiner Sitzplatzreservierung heraus. „Da muss dem System wohl ein Fehler unterlaufen sein“ gab ich klugscheißerisch von mir und zeigte dem Pärchen meinen Zettel. Dummerweise fiel mir just in diesem Augenblick auf, dass meine Reservierung auf gestern datiert war! Vom einen auf den anderen Moment war mein Kopf rot wie eine Tomate. Peinlich berührt entschuldigte ich mich vielmals bei den Beiden, die aber so nett waren und sich auf den Plätzen hinter mir niederließen. Das fängt ja schon gut an, dachte ich mir!

In München angekommen, machte ich mich nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Fachgeschäft für Backwaren, auf den Weg zu meinem Hotel. Leider lag dieses nicht in unmittelbarer Nähe und das Wetter war zudem nicht gerade wirklich rosig. Meine Wahl fiel also auf die S-Bahn. Wie zu erwarten, war ich mit dem Streckennetz der Münchner Verkehrsbetriebe erstmal total überfordert! Es grenzte schon fast an ein Wunder, dass ich auf Anhieb die richtige Linie erwischte.

Am liebsten hätte ich mich erstmal für eine Stunde in das Bett meines Hotelzimmers fallen gelassen! Solche langen Zugfahrten sind für mich immer anstrengender als jeder Halbmarathon! Entspannen stand allerdings leider nicht auf meinem Plan, denn bereits in einer halben Stunde musste ich im FT-Club sein, wo Mobility Session und Mind Workshop auf dem Programm standen. Im Laufschritt steuerte ich also zum zweiten Mal für diesen Tag die U-Bahn Station an. In der ganzen Hektik muss ich wohl irgendwie die falsche Fahrtrichtung genommen haben, was ich aber dummerweise erst am anderen Ende der Stadt feststellte. An dieser Stelle muss ich wohl nicht extra darauf hinweisen, dass ich es nicht pünktlich zur Mobility Session geschafft habe…

Wenigstens zum Mind Workshop war ich rechtzeitig erschienen! Dieser wurde von Caja Schäpf, einer ehemaligen deutschen Freestyle-Skierin, gehalten. Von ihr erfuhren wir einige wirklich nützliche Tipps über mentale Stärke.

Mental gestärkt, ging es anschließend mit der U-Bahn zur Pasta Party. Auf dem Weg dorthin, lernte ich ein paar echt nette Adidas Runners aus Frankfurt kennen. Ich war mir vorher gar nicht im Klaren darüber, was für eine riesige Gemeinschaft die Adidas Runners sind!

Im Sporthaus Schuster, wo die Pasta Party der Adidas Runners stattfand, lernte ich zum ersten Mal Sophia von Adidas und die anderen netten Mädels aus unserem Team kennen. Ich gebe ja zu, dass ich etwas Bammel hatte, da ich zu diesem Zeitpunkt der einzige Mann in unserem Team war. Daniel, der ebenfalls im Team war, würde aufgrund einer Verspätung seines Fluges erst später landen. Nach einer ordentlichen Portion Pasta mit Hackfleischsoße, machte ich mich zu Fuß auf den 2 Kilometer langen Weg zu unserem Hotel. Realistisch gesehen würde ich mit der S-Bahn länger benötigen, denn ich blickte mit dem Streckennetz noch nicht so ganz durch…

Am nächsten Morgen trafen wir uns mit versammelter Mannschaft im Foyer unseres Hotels.

Frühstück gab es leider zu dieser frühen Stunde noch nicht, weshalb wir uns am Bahnhof beim Bäcker etwas besorgten. Nach einem Coffee to go und einem Bircher Müsli sah die Welt doch gleich ganz anders aus!

Das Wetter am Tegernsee war leider nicht so premium. Dicke Nebelschwaden erschwerten den Blick auf die wunderschöne Aussicht und kalter Nieselregen plätscherte auf uns herab. Nichts desto trotz, war mein Stimmung sehr positiv und ich hatte richtig Bock auf diesen Lauf!

Nach einem Gruppenfoto mit den Adidas-Runners, marschierte ich zusammen mit Daniel zum Start. In den 30 Minuten im Startbereich wurde uns in Shirt und kurzen Hosen ganz schön kühl. Ich bereitete mich schon Mal seelisch auf die Erkältung vor, mit der ich am nächsten Tag aufwachen würde!

Kawummm! Langsam setzte sich die Meute in Bewegung. Die ersten Kilometer liefen richtig gut! Ich fühlte mich lange nicht mehr so agil wie an diesem Morgen! Wie ein junges Reh fegte ich mit einer Pace von 4:10 pro Kilometer über den Asphalt. Das war deutlich schneller als geplant, aber was soll ich sagen, es fühlte sich verdammt gut an!

Die atemberaubende Atmosphäre war eine tolle Ablenkung um den Druck besser auszuhalten. Die Kilometermarken schienen förmlich nur so an mir vorbeizufliegen.

Leider machte sich dieses Gefühl der Leichtigkeit so ab Kilometer 13 schlagartig rar. Vom einen auf den anderen Moment fühlte ich mich so richtig schwer und Kraftlos! War das der berüchtigte Mann mit dem Hammer, mit dem ich bei einem Halbmarathon eigentlich nicht rechnete? Für meine Verhältnisse war ich die ersten 10 Kilometer in 42 Minuten etwas zu flott gelaufen… Für diesen Fehler musste ich nun bitterböse bezahlen!

Der Druck wurde von Minute zu Minute größer und das Tempo immer langsamer! Ich versuchte nicht daran zu denken dass noch 8 Kilometer vor mir lagen, denn das würde meine Willenskraft noch weiter senken! Stattdessen konzentrierte ich mich immer nur auf den Einen, nächsten Kilometer. „Einen Kilometer schaffe ich immer noch, egal wie kaputt ich bin“ redete ich mir ein! Die zahlreichen Anstiege, die auf der zweiten Hälfte der Strecke lagen, machten die Sache natürlich nicht gerade einfacher…

Copyright by Sportograf

Zwischenzeitlich waren meine Kilometerzeiten von anfänglich 04:10 auf 04:40 gesunken, was mich ziemlich demotivierte. Daran änderten auch die ganzen Läufer, die nun vermehrt an mir vorbeizogen, nichts.

Es war eine einzige Quälerei und für eine ganze Weile habe ich diesen Lauf sehr gehasst! Aber in dem Moment, als ich die Ziellinie überquerte, wandelten sich alle Schmerzen und negativen Gedanken schlagartig in pures Glück um! Auch wenn meine Zielzeit von 01:33:07 weit von meiner Bestzeit entfernt war, war ich trotzdem sehr zufrieden mit meiner Leistung! Schließlich lag der letzte Wettkampf schon eine ganze Weile zurück und ich war absolut nicht im Training.

Zusammen mit den anderen Raketen ging es anschließend im total überfüllten Zug zurück nach München. Eigentlich wäre nun der richtige Zeitpunkt gewesen, um sich vor dem Oktoberfest noch eine Runde aufs Ohr zu hauen, allerdings hatte ich große Bedenken, dass ich dann so schnell nicht mehr aufwachen würde. Deshalb setzte ich mich noch ein wenig mit dem Sonntagsprogramm des TV Gerätes auseinander, bevor ich mich in meine Lederhosen zwängte…

Photo by Ines Thomsen

Auf dem Oktoberfest war ich erst Mal total überwältigt von den enormen Dimensionen dieser Veranstaltung! In der Vergangenheit war nur auf ein paar kleinen, regionalen Oktoberfesten gewesen, welche aber kein Vergleich zum Original waren.

Das Marstall Zelt, in dem wir untergebracht waren, konnte man eigentlich nicht mehr als Zelt bezeichnen, das war eigentlich schon ein richtiges Haus! An unserem Tisch angekommen orderten wir direkt eine Runde Maß Bier! Das erste Maß schlug bei mir ein wie eine Bombe! Vielleicht hätte ich nach dem Halbmarathon doch etwas mehr als nur eine Brezel essen sollen… Schwer zu sagen, wie viele Maß noch folgten. An die Runde Klopfer, die ich spendierte, kann ich mich allerdings noch sehr gut erinnern, die kostete mich nämlich satte 60,- Hühner!

Als dann um 23:00 der Hammer fiel, machten wir uns gut gelaunt auf den Nachhauseweg. Um Haaresbreite wurde ich noch in eine Schlägerei verwickelt, da ich fälschlicherweise beschuldigt wurde einem Wiesn-Besucher seinen Gockel-Hut gestohlen zu haben. Zum Glück konnten die Mädels unsere Auseinandersetzung in letzter Sekunde beruhigen!

Alles in Allem war es ein super Wochenende das ich mit Adidas zusammen erleben durfte! An dieser Stelle, möchte ich auch nochmal ein fettes Dankeschön an Adidas für die Einladung aussprechen! Ich freue mich schon auf die nächsten Kooperationen mit dieser tollen Marke!

Nachfolgend findet ihr noch die Blogs unserer Teammitglieder:

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